Zanox AGB mit Umgehungsverbot gekippt

Wie bereits erwartet hat Zanox die Einführung eines Umgehungsverbotes sowie die neuen Publisher AGB nun offiziell wieder verworfen. Die aktuell hitzige Diskussion um die umstrittene Klausel 2.5 hat gezeigt, daß auch Affiliates nicht alles abnicken und notfalls auch bereit sind, das Netzwerk zu wechseln, wenn man sie zu sehr gängelt.

Das in den neuen AGB formulierte Umgehungsverbot sollte angeschlossenen Partnern unter Androhung von Vertragsstrafe verbieten, über Zanox angebotene Partnerprogramme z. B. über andere Netzwerke oder inhouse zu bewerben, und das sogar bis 6 Monate nach Beendigung des Vertrages mit Zanox. Dies stellt imho einen mehr als unverhältnismäßigen Eingriff in die Freiheit als Unternehmer und Affiliate-Partner dar.

Zanox CSO Stefanie Lüdecke entschuldigte sich heute im Zanox-Blog für die Verunsicherungen und erklärte: „Wir werden als zanox die vorgestellten AGB in dieser Version NICHT einführen.

Als Grund für die ursprünglichen Bestrebungen führt sie Transparenz und neue Marktbedingungen sowie das große Problem des „Bypassing“ an. Zwar ist dies nachvollziehbar, doch meiner Meinung nach kann ein Netzwerk dem anders und vor allem intelligenter begegnen als es den eigenen Affiliates anzulasten und diese an sich zu ketten. Wenn man jemanden unter Androhung von Strafe dazu zwingen muß, einen Dienst zu nutzen, dann ist der Dienst wohl mehr als nur wertlos, und mit einseitigen Verpflichtungen wird dieser nicht plötzlich wertvoll.

Eine funktionierende Partnerschaft ist sowohl ein Geben als auch Nehmen, und genau das war der Knackpunkt. Zanox forderte nur, war im Gegenzug aber nicht bereit mehr zu leisten. Seit Jahren klagen Publisher über den schlechten Service. Selbst hatte ich auch bereits mehrfach das Vergnügen, zu erleben, wie bei Zanox eine Unstimmigkeit zwischen Affiliate und Advertiser „geschlichtet“ wird: Der Advertiser (zahlender Zanox-Kunde) hat Recht, auch wenn er Unrecht hat. Der Publisher hat zu spuren.

Sinnvoller wäre es, die Netzwerke (nicht nur Zanox!) würden ihre Leistungen auch für Publisher verbessern und diesen z. B. mehr Sicherheit und Schutz gegenüber den Advertisern, sowie transparentere Statistiken bieten. Das wäre zumindest ein möglicher Ansatz die eigene Attraktivität und den Nutzen zu steigern. Derzeit stellen sich allerdings viele Netzwerke für Publisher mehr oder weniger nur als einfache Tracking- und Abrechnungstools dar. Ein Netzwerk könnte dabei doch so viel mehr bieten.

Solange allerdings die eigenen Mitarbeiter der Netzwerke selbst keine Bindung zum Unternehmen aufbauen und beliebig schnell ausgetauscht werden können, werden diese sich auch mehr um den schnellen Profit – also den zahlenden Kunden und kurzfristige monetäre Erfolge – kümmern, als um die Qualität und die Werbeleistung des Netzwerkes, also die Publisher.

Weitere Stimmen dazu gibt es auch z. B. von Daniel und Andreas.

Die Klausel 2.5 lautete wie folgt:

Der Publisher verpflichtet sich, während der Laufzeit dieses Vertrages sowie für weitere sechs (6) Monate nach dessen Beendigung weder direkt noch indirekt über ein anderes Netzwerk oder einen anderen Dienstleister unter Umgehung von ZANOX mit einem Advertiser, mit dem der Publisher über das ZANOX Netzwerk kooperiert hat oder der von ZANOX für eine Kooperation vorgeschlagen wurde, zu kooperieren oder darauf gerichtete Verhandlungen zu führen, wenn die jeweilige Kooperation auch über das ZANOX Netzwerk möglich wäre. Sollte der Publisher schuldhaft gegen die vorstehende Verpflichtung verstoßen, kann ZANOX den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen und vom Publisher die Zahlung einer Vertragsstrafe verlangen. Die Vertragsstrafe beläuft sich auf das Sechsfache der durchschnittlichen monatlichen Provisionen, die der Publisher in den vergangenen zwölf (12) Monaten vor ZANOX‘ Kenntnis von dem Verstoß im Rahmen seiner Teilnahme am Partnerprogramm des betreffenden Advertisers erhalten hat, was einer Schätzung des ZANOX entstandenen Schadens entspricht. Die Vertragsstrafe kann auf ein Dreifaches der durchschnittlichen monatlichen Provisionen reduziert werden, wenn der Publisher ZANOX mindestens drei (3) Monate vor Aufnahme einer ZANOX umgehenden Kooperation informiert. Der Publisher kann die Höhe der Vertragsstrafe vom zuständigen Gericht (Ziff. 14.5 dieser Publisher AGB) überprüfen lassen. ZANOX kann die Vertragsstrafe mit Provisionen, die dem Publisher Account gutgeschrieben sind, verrechnen.

Quelle

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