Venus Berlin 2009 – Web-Area trocknet aus

Vergangenes Wochenende bot sich auf der Venus in Berlin ein trauriges Bild für Onliner, denn die sogenannte Web-Area war mit merklich weniger Ausstellern besetzt als früher. Die interessanten Stände waren wieder mal im Offline-Bereich, seltsamerweise sind die Publikumsmagnete dort durchweg Onliner wie z. B. Livestrip, Fundorado, FreeOnes und das unübersehbare Domizil von Joyfactor aus Österreich. In der Online-Halle hielt lediglich Visit-X noch die Fahnen mit einer Show hoch. Ansonsten schreitet der Prozess immer weiter fort diesen Teil der Messe zur Langeweile-Ecke umzufunktionieren.

In sämtlichen Messehallen war eindeutig zu sehen wie die Ausstellerzahl abgenommen hat, im Gegenzug haben sich auch weniger Besucher als im Vorjahr eingefunden. Lediglich der Samstag war relativ gut besucht, die restlichen 3 Tage glich die Messe fast schon einer Geisterstadt im Vergleich zu den Vorjahren. Wenn man bedenkt was ein Besucherticket jetzt kostet und wie die Aussteller behandelt werden ist das meiner Meinung nach auch kein Wunder.

Von der absolut unnützen Promi-Geilheit der Messe ganz zu schweigen. So wurde dieses Jahr ein kaum erotikaffines Maskottchen ausgesucht welches null Plan vom Thema hat und vor der Kamera nicht mal einen Satz ohne verlegen herumzunaddeln herausbrachte. Diese Venus-Expertin sprach sich öffentlich vor laufender Kamera gegen One-Night-Stands aus – wo doch ein beträchtlicher Teil der Aussteller genau damit ihr Geld verdienen. Lustig war die Autogrammstunde welche ganze 20 Minuten dauern sollte und dann kaum ein Besucher sich dafür interessierte.

Den Oberhammer bot dann ein ganz besonderer Wichtigtuer der gleich mit eigenem Schlägertrupp zig Bodyguards aufgepochert hatte. Dieser ließ gleich ganze Bereiche für sich absperren und dazu wurde selbst den Ausstellern verweigert zu ihrem eigenen Stand zurückzukehren während dieser Fatzke sich dort vor Kameras profilierte. Da wurden sogar Reporter und Autogrammjäger durch die Halle geworfen und es sind Ausstellerregale inklusive Ware zu Bruch gegangen. Kann man das Ungeziefer denn nicht draussen lassen?

Ein ganz kluger vom Security Personal wurde außerdem wütend weil die Menge sich vor der Absperrung versammelt hatte (was sollte sie denn sonst auch machen?) und es so nur schwer möglich war eine Gasse zu bilden. Also drückte dieser wandelnde Geistesblitz einfach die vorderste Reihe mit Schwung zurück ohne Rücksicht auf Verluste, meinem Einwand daß dies sehr dämlich war entgegnete er nur – „willst du hier Stress machen?“. Ich bezweifle ernsthaft daß dieser Pickeltinkturschlucker dafür qualifiziert ist als Security zu arbeiten. Schade um die ältere Dame welche wegen ihm zu Fall gekommen ist.

Abgesehen von all diesen ausgelutschten Hartz4-Comedians,Prügeltrupps und Möchtegern-DJanes war es trotzdem ein spannender Event, wobei der Hauptgrund eines Besuches für mich schlicht der Businesstreff ist. Es sind eben sehr viele aus der Branche auf einem Haufen, wo das im Endeffekt stattfindet ist Nebensache, aber die Venus, und ganz besonders das Weißwurstfrühstück bei Flirtpub bieten sich einfach an.

Schön war auch zu sehen daß die Offliner welche damals maßgeblich an unseren schwachsinnigen Jugendschutzgesetzen beteiligt waren nun ihre eingestaubten Datenträger zum Discountpreis verhökern dürfen und sich wünschen sie hätten sich nie gegen die Onliner gestellt. Sorry Leute, die Suppe habt ihr euch selbst eingebrockt, wer sich so massiv gegen die Online-Branche gestellt hat braucht nicht auf Vergebung zu hoffen.

Natürlich gehört auch ein ordentliches Nachtprogramm zu jeder Venus, so gab es von Viragemedia die MyDirtyNight im Stadtbad welche sich als sehr gewöhnungsbedürftig herausstellte, außerdem die EWT / Partnercash Party im Estrel die wie auch im Vorjahr hochinteressant und lustig war. Das beste erlebte ich aber am Samstag bei der Venus VIP Party im Adagio Club zu welcher ich sogar ein goldenes VIP Ticket geschenkt bekommen habe und somit in einer exklusiven Lounge mit richtiger Prominenz feiern durfte. Herzlichen Dank an den Betreiber der mir das ermöglicht hat.

Mit ner Tasche voller Werbegeschenke und einem netten kleinen Paket an Kontakten machte ich mich dann am Sonntag Abend wieder auf den Weg in den wilden Süden. Vielleicht schafft es ja der Veranstalter nächstes Jahr die Securities nicht vom Jugendknast zu rekrutieren und falls unbedingt notwendig mal richtige Promis zu engagieren statt diesem Kindergarten.

Hier noch ein paar Impressionen aus der Partyzone, leider quittierte mir meine Fotokamera den Dienst weshalb ich behelfsmäßig mit dem Camcorder knippsen musste und die Bilder deshalb etwas schwächer sind. Die Zahl hält sich somit auch in Grenzen.

Weitere Berichte: partnerschnaps.com

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