Stornoprovisionen – Kontrolle ist Pflicht

In Unterhaltungen mit Kollegen – egal ob online oder offline – erschreckt es mich immer wieder wie wenig manche Affiliates sich für ihre Stornoprovisionen interessieren. Es wird häufig blind auf den Betreiber bzw. das jeweilige Netzwerk vertraut, diese im Zweifelsfall sogar regelrecht verteidigt, und das geht sogar so weit daß ich als jemand der solche Dinge immer hinterfragt regelrecht angegriffen werde.

Warum sind Stornoprovisionen aber immer wieder Thema für Diskussionen?

Neben blindem Vertrauen, Gutgläubigkeit, Überlastung, Bequemlichkeit, Faulheit, Leichtsinnigkeit, Fahrlässigkeit, Unterschätzung, und Desinteresse gibt es tatsächlich auch Versuche dieses Verhalten argumentativ zu belegen, z. B.

auf Seiten des Partnerprogramm Betreibers:

„Eine detaillierte Kontrolle ist zu aufwendig. Bei einer entsprechend großen Menge an Partnern, Partnerprogrammen, Provisionen und Daten verschlingt die Einzelfallprüfung zu viel Arbeitszeit und ist somit nicht machbar.“

Was hier übersehen / verschwiegen wird ist daß jede einzelne Provision irgendwann einmal bestätigt bzw. storniert werden muß. Für diese Entscheidung muß es einen Grund geben. Warum sollte es für den Betreiber denn ein Problem darstellen dem Affiliate gleichzeitig diesen Grund mitzuteilen weshalb sein vermittelter Lead bzw. Sale nun doch nicht gültig ist? Evtl. ist diese Information ja sogar für beide Seiten nützlich um z. B. die Werbeaktivitäten zu optimieren.

Es gibt somit keinen schlüssigen Grund diese Informationen zu verheimlichen sofern man ehrlich und fair arbeitet.

auf Seiten der Publisher:

„Bei einer entsprechend hohen Anzahl an beworbenen Partnerprogrammen ist die Kontrolle zu aufwendig alle Provisionen zu kontrollieren.“

Dem stimme ich vollumfänglich zu sofern das Partnerprogramm in dicken Aktenordnern und Journalen handschriftlich verwaltet und gebucht wird. Seit einiger Zeit gibt es allerdings die Erfindung von Computern mit welchen auch große Datenbanken relativ leicht auszuwerten sind.

Stornokontrollen müssen ja nicht ständig erfolgen sondern es genügt ja regelmäßig, z. B. einmal monatlich zu prüfen, und zwar nur die beanstandeten, also stornierten Provisionen – welche sich hoffentlich in Grenzen halten – womit der Zeitaufwand in einem gewissen Rahmen bleiben sollte. Falls zu viele Stornos anfallen sollten ist sowieso zu prüfen ob die Partnerschaft überhaupt Sinn macht.

Sofern ein Partnerprogramm bzw. das verwendete Partnernetzwerk eine entsprechende Auswertung nicht zulässt kommt dieses seiner Aufgabe der Statistikführung nicht ausreichend nach und ist auszutauschen. Wer fair und transparent arbeitet sollte imho nichts zu verbergen haben und dem Partner somit alle Daten übergeben die verfügbar sind.

Kein Verständnis für unbegründete Stornos

Ich habe weder Verständnis für Publisher die sich nicht für ihre Stornos interessieren noch für Betreiber welche die Stornos nicht begründen wollen, bzw. Netzwerke welche die Möglichkeit nicht anbieten diese zu begründen. Immerhin geht es hier um unser verdientes Geld.

Einen Interessanten Beitrag zu diesem Thema findet man auch bei Peer Wandinger der ebenfalls davor warnt dies zu unterschätzen.

Bei mir wird für jede einzelne stornierte Provision die Begründung angefragt, das ist mein gutes Recht! Wer diese Auskunft nicht liefert fliegt aus der Bewerbung raus. Ebenso ist dringend zu empfehlen regelmäßig Stichproben durchzuführen, dabei aber unbedingt die Partnerprogramm-Bedingungen einzuhalten.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Auch wenn der Betreiber noch so freundlich und spendabel beim letzten Publishertreffen war, auch ihm geht es im Endeffekt ums Geldverdienen, und wenn man ihm die Möglichkeiten für Unregelmäßigkeiten offen lässt muß man sich nicht wundern wenn er dies irgendwann ausnutzt.

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