Neue Toplevel Domains #gTLD – unlogische Preise

Sex, business, credit oder insurance? Welche Domainendung hätten sie denn gerne? Welche mag wohl die teuerste sein?

Wer sich über die Preise der neuen generischen Toplevel Domains (gTLD) informiert, findet ein sehr undurchsichtiges System an Preisen ohne viel Logik vor, denn die jeweiligen Registrare haben ihren TLDs sogenannte Premium Namen zugeordnet, zu welchen die Preise scheinbar willkürlich definiert werden konnten. Häufig bekommt man auch den Eindruck, die Würfel hätten über die jeweiligen Preise entschieden.

Die Jahrespreise für gTLDs variieren stark von 14,90 bis 12.499 Dollar, doch Domainkombinationen, welche man als begehrt und entsprechend hochpreisig vermutet hätte, erhält man oft zum Schnäppchenpreis, während für manche sinnlose und sogar alberne Kombinationen Höchstpreise aufgerufen werden.

gtld-cityHintergrundinfo: Seit einigen Wochen läuft die Erstvergabe der neuen Toplevel Domains (new gTLD bzw. auch nTLD), deren Einführung sehr unterschiedlich von Onlinern beobachtet wird: Befürworter nennen die schlechte Verfügbarkeit sinnvoller bzw. passender Domainnamen auf herkömmlichen TLDs wie .com .net .org bzw. Länderdomains wie .de. Gegner nennen die neue Flut an Domainendungen Geldmacherei der Domainverwalter. Besonders Markeninhaber rechnen mit Schwierigkeiten, ihre Markenrechte entsprechend zu schützen.

Sucht man nach den begehrtesten Namen unter den herkömmlichen TLDs, erhält man seltsame Domainangebote: (Keine Gewähr für Preise oder Verfügbarkeit. Irrtum und Angebotsänderungen sind möglich.)

Der Begriff insurance erzielte als .com Version Höchstpreise, doch die Kombination mit .tips bekommt man für schlappe $19*. Für die .expert benötigt man immerhin schon $49*, und für die .company $499*. Dagegen blättert man für die .kiwi stolze $12.499* auf den Tresen, was die besonders wichtige .ninja mit $1.249* wieder richtig günstig erscheinen lässt.

Zum eigentlich sehr umkämpften Begriff credit findet man fast nur niedrige Angebote, lediglich .finance, .credit, .card und .creditcard halten die Fahne mit $12.499* hoch.

Auch das Keyword business hat bereits Domaingeschichte geschrieben, doch bei den nTLDs ist scheinbar alles anders: Neben den erwartungsgemäß hochpreisigen Varianten .financial und .cards befindet sich nur die .kiwi auf dem höchsten Level von $12.499*. Weitere logische Kombinationen gibts fast schon zum Schleuderpreis wie z. B. .credit ($299*), .creditcard ($299*), .investments ($299*) und .international ($129*). Wichtiger ist hier scheinbar die .vodka, welche ganze $2.990* kosten soll.

Das Keyword handy ist im deutschsprachigen Gebiet stark umkämpft, trotzdem sind die Preise verhältnismäßig moderat. Für die vom Freistaat selbst ins Leben gerufene .bayern werden $299* aufgerufen. Für die .hiv wird der Standardpreis ($199*) verlangt, ebenso die .rich welche mit $1.990* die bislang teuerste Version ist.

Auch sehr deutsch ist der Begriff kredit, zu welchem es fast nur günstige gTLDs gibt. Die .bayern war seltsamerweise schon für $49* zu haben. Ob die Domainpreise für .luxury ($495*), .bid ($864*) und vor allem die .rich ($1.990*) viel Sinn ergeben, wird sich zeigen.

In die Boulevardpresse schaffte es einst der Verkauf der sex.com für mehrere Millionen Dollar. Dieser Begriff ist in einigen Sprachen derselbe und international sehr bekannt. Trotzdem sind sehr attraktive Kombinationen zum Spottpreis erhältlich, z. B. die .photography ($129*), .gratis ($299*), .actor ($39*) und .bar ($69*).
Doch wer hätte mit den regelrechten Spottpreisen für .club, .gift, .webcam, .website mit je $29*, .link, .pics und .help je $19*, und .click sogar für nur $14,90* gerechnet?
Immerhin soll die .pictures für $12.499* einbringen, doch weshalb ausgerechnet für die .church derselbe Preis genannt wird, wundert wohl nicht nur so manchen Geistlichen, denn für die .guru ist lediglich $6.999* Jahresbudget notwendig. Warum für das Kopfkino .fishing $2.999* und für .guitars $2.237* verlangt werden, ist ebenso ein Rätsel.
Dass Sex offensichtlich auch in der Politik wichtig sein kann, zeigen .democrat und .republican mit jeweils $1.249*.

* Keine Gewähr für Preise oder Verfügbarkeit. Irrtum und Angebotsänderungen sind möglich.

Jeder kann sich sein eigenes Bild machen von der gTLD Suche.

Eine seriöse und nachvollziehbare Preisstruktur ist für mich jedenfalls nicht wirklich erkennbar und bestätigt meine Skepsis gegenüber den neuen generischen Domains. Wer glaubt, in diesem chaotischen Durcheinander den Durchblick zu haben, darf mir dies gerne in den Kommentaren erklären.

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