Backlinks entfernen – Google Update Panik

Immer häufiger bekommt man als gemeiner Webmaster in letzter Zeit Aufforderungen von anderen Websitebetreibern einen oder mehrere gesetzte Backlinks zu entfernen welche auf dessen Projekt zeigen. In der Regel erfolgt so eine Aufforderung per Email, doch manche rufen auch gleich auf der im Impressum genannten Telefonnummer an und man bekommt einen bildhaften Eindruck wie hysterisch panische Webseitenbastler klingen können. Wenn man dann nicht sofort verspricht den Link umgehend zu entfernen werden allerlei Druckmittel präsentiert. Das geht sogar bis zur Androhung von physischer Gewalt (Ich weiß wo dein Haus wohnt), Rufmord in diversen Online Foren (Du bekommst keinen Fuß mehr auf den Boden in diesem Internetz) oder Vergeltung in Form von unerwünschter Linknachbarschaft (Ich schick dir eine Million Russenlinks).

Google Update Pinguin

Hintergrund dieser Hysterie ist eine schreckenverbreitende Änderung des Google Algorithmus mit dem putzigen Codenamen Penguin welche seit dem Frühjahr auf die vom Panda Update gezeichneten Webmaster losgelassen wurde und selbst gestandene Experten zum zittern bringt. Zu den Zielen des Pinguins gehört die Abstrafung von nicht-organischen Links, also z. B. gekaufte Links, Linknetzwerke und auch den exzessiven Gebrauch von Keywords in den Linktexten.

Google Updates sind eigentlich eine gute Sache, sollte sich damit doch die Qualität der Suchergebnisse für den Benutzer verbessern weil Spamseiten abgewertet werden und relevante Websites nach vorne rutschen sollten. Wer also sauber gearbeitet hat sollte keinen Grund haben seine gute Kinderstube zu vergessen. Leider sieht die Realität etwas anders aus und der Suchmaschinenriese stuft sehr häufig die falschen Seiten zurück. Dies ist natürlich sehr ärgerlich wenn man viel Zeit und Geld investiert hat um eine hochwertige Website mit Mehrwert für den User aufgebaut hat und dann wegen vermeintlichem Linkspam auf die hinteren Plätze verwiesen wird.

Paradoxe Backlinkwelt

Angeheizt durch endlose Diskussionen in einschlägigen SEO Foren und Blogs von Meinungsmachern ergreift Otto Normalwebmaster nun die Panik sobald er feststellt daß seine Seite nicht mehr auf dem gewohnten Logenplatz in den SERPs angezeigt wird. Es wird viel Geld in eines oder sogar mehrere der Analysetools gesteckt welche in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden sprießen und dann wird nachgeforscht bis spät in die Nacht um die verantwortlichen Übeltäter, nämlich die bösen Backlinks, zu eliminieren.

Wurde früher noch viel Zeit aufgewendet um hochwertige Backlinks zu bekommen und sein Ranking zu verbessern wird diese Zeit jetzt in das Gegenteil investiert, und so beraubt sich der schuldbewusste Webmaster nun selbst seiner Grundlage und zerstört was vorher in mühsamer Kleinarbeit aufgebaut wurde. Ein kurioses Szenario, wo doch für die weltgrößte Suchmaschine nach wie vor Backlinks zu den wichtigsten Kriterien für die Qualität der Website zählen.

Echte organische Backlinks opfern

In seinem Optimierungswahn ist der Webmaster nun Google hörig und bereit alles aufzugeben. Bizarre Ausmaße nimmt der Vorgang an wenn nicht nur ehemalige Linktauschpartner aufgefordert werden gesetzte Links zu entfernen sondern auch fremde Websitebetreiber welche den Link freiwillig aufgrund des guten Inhalts gesetzt haben. Also solche Links über die man sich früher noch freute werden nun den Webmastertools geopfert in der Hoffnung daß die auferlegte Strafe bald rückgängig gemacht wird wenn man nur genügend Buße tut und Reue zeigt.

Kostenpflichtiges Entfernen der Backlinks

Abgesehen davon ob die Entfernung wirklich Sinn macht, ab einer gewissen Anzahl Websites die man betreut gestaltet sich die Entfernung einzelner Backlinks allerdings nicht immer so einfach wie sich mancher reumütiger Backlinksünder das vorstellt. Vor allem wenn täglich mehrere Anfragen dieser Art eintreffen kostet die Umsetzung wertvolle Arbeitszeit.

So mancher Webmaster ist deshalb dazu übergegangen für die Entfernung des Links als Serviceleistung eine Gebühr zu verlangen welche in vielen Fällen sogar anstandslos bezahlt wird. Früher wurde der Link gekauft, heute bezahlt man wieder für dessen Entfernung. Verrückte Online-Welt.

Ein Schelm wer daran denkt hier ein neues Geschäftsmodell gefunden zu haben.

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