Affilinet Mag – nur für eine Elite?

Mit dieser wahnsinns Neuheit erreichen „Performance Marketer“ genau ihre Zielgruppe. Dies ist ein echtes Lehrstück für alle, die immer noch auf klassisches Online-Marketing setzen.

Das Affiliate Netzwerk Affilinet startet ein Kundenmagazin mit dem überaus kreativen Namen „Affilinet Mag“, welches von nun an „regelmäßig“ über die Branche informieren, und auch für Nichtkunden informativ sein soll.

Auf „journalistisch hohem Niveau“ möchte man mit diesem „zeitgemäßen Kommunikationstool“ Publishern und Advertisern Insights, Trends, Tools, Innovationen und Unterhaltung auch abseits des klassischen Affiliate Marketings bieten.

Die Themen dieser ersten Ausgabe sind Native Advertising, Wearables, die Kolumne „Das Jahr des Mobile“, Präsentationshilfen vom Coach, App- und Gastronomie-Tipps sowie ein Comicstrip. Dazu gibt es natürlich auch noch reichlich Infos über den Magazin-Betreiber selbst.

Das Affilinet Mag kann für iPads hier heruntergeladen werden.

In einem Promo-Video stellt der Chef persönlich die besonderen Vorzüge dieses Magazins vor.

Unklar bleibt, warum das Affilinet Mag lediglich als iPad App konzipiert, und damit alleine für Apple Geräte verfügbar ist. Nach eigener Aussage möchte man auch Marktteilnehmer erreichen, die nicht am Affilinet Netzwerk teilnehmen, aber offenbar nur solche, die auch über ein Tablet mit einem Apfel verfügen.

„So etwas hat die Performance Marketing Welt noch nicht gesehen“ – lobt sich Affilinet selbst. Richtig, und wer kein iPad besitzt, der wird auch weiterhin in dunkelster Unkenntnis leben müssen. Trotzdem wird das Affilinet Mag in allgemeinen Kanälen beworben (Newsletter, Pressemitteilung, Blog, Social Networks, etc), zu welchen auch Nicht-iPad-User Zugang haben. Der Slogan „The Art of Performance“ sieht hier mehr nach Art als Performance aus.

Möglicherweise zählen die Affiliates, welche Android Tablets benutzen, oder sogar nur mit Desktops arbeiten, nicht (mehr) zur Zielgruppe des Münchner Netzwerkes. Eine Sales-Kooperation mit Cupertino kann wohl ausgeschlossen werden, denn extra ein Apple Gerät zu kaufen ist eine relativ hohe Anforderung, nur um schließlich ein Werbeprospekt zu lesen.

Da kann der Apfelresistente Webmaster ja froh sein, dass Affilinet bereits angekündigt hat, sein Magazin irgend wann mal „zeitlich versetzt“ auch als Desktop Version anzubieten. Die Webmaster zweiter Klasse reiben sich schon erwartungsvoll die Hände, endlich auch in den Genuss dieser wertvollen Informationen zu kommen.

Derartig tolle Ideen entspringen häufig Tagträumen ultrahipper Praktikanten in diversen Offline-Branchen. „Hey Chef, wir brauchen dringend auch eine appgefahrene App.“ Von einem der langjährig führenden Affiliate Netzwerke hätte ich das aber nun wirklich nicht erwartet.

3 Kommentare

  1. Das zynisch angehauchte Gewissen der Affiliate Branche hat gesprochen 😉 Spaß beiseite, eine App für das iPad entwickelt sich nun einmal einfacher, als für zig Android Versionen – zahlreiche Werbetreibende gehen ebenfalls diesen günstigeren Weg. Wenn keine internen Entwickler-Ressourcen zur Verfügung stehen, durchaus legitim, sich an den Marktführer im schrumpfenden Tablet Segment zu halten. Ich denke das beantwortet bereits die Frage, wo affilinet selbst die Priorität ihres neuen, innovativen Corporate Publishing Tools einordnet.

  2. Naja, es gibt auch noch die banale Möglichkeit, diese Informationen kostengünstig im Web zu veröffentlichen. Einen dafür benötigten Browser setzen ziemlich viele Onliner ein, das funktioniert sogar auf den meisten Tablets 😉
    Die App kann man dann dazu programmieren, für die die es unbedingt so schick haben möchten. Spricht ja nichts dagegen, das dann nur für Apple Geräte oder auch andere anzubieten.

    Wenn ich gute und wichtige Informationen mitzuteilen habe, ist mir die Reichweite innerhalb der Zielgruppe und meines Kundenkreises zu wichtig, als dass ich diese ohne Not durch willkürliche Beschränkung auf bestimmte Endgeräte für so einen kleinen Kreis eingrenze.

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