50 Tipps für misslungene Affiliate-Events

Beim regelmäßigen Besuch zahlreicher Affiliate-Events erlebt man immer wieder unabsichtliche und auch absichtliche Pannen und Fehler der Veranstalter. Nachfolgend eine etwas satirische, doch durchaus ernst gemeinte Liste der Highlights verschiedener erlebter Events als Anleitung wenn man mit der eigenen Veranstaltung unbedingt einen schlechten Eindruck hinterlassen und sich unbeliebt machen möchte.

Anwendung der Regeln absolut auf eigenes Risiko!

1. Termine bereits etablierter Veranstaltungen haben sich bewährt und sind somit bevorzugt zu nutzen,
2. jedoch örtlich möglichst weit von den etablierten entfernt um Eventhopping zu verhindern.
3. Auch „zivile“ Partys zählen zur Konkurrenz, also am besten eignen sich Lokalitäten weit außerhalb der Partyzentren.
4. Dorfdiscos im Regelbetrieb als Veranstaltungsort vermeiden Mietkosten und bieten bestimmten Teilnehmern was fürs Auge.
5. Nur echte Top-Affiliates der Hauptsponsoren einladen um Schnorrer fernzuhalten.
6. Affiliates ohne spezielle Einladung bezahlen gerne eine drei- oder gar vierstellige Teilnahmegebühr.
7. Je mehr Affiliates desto interessanter die Veranstaltung, deshalb Anmeldeformular so manipulieren daß sich möglichst viele Teilnehmer als Affiliates ausgeben.
8. Zusätzlich auf der öffentlichen vorab Teilnehmerliste möglichst viele Betreiber und Agenturmitarbeiter als normale Affiliates ausweisen.
9. In der Bewerbung des Events stets auf die anwesenden Top-Manager und Entscheider hinweisen, auch wenn es sich tatsächlich fast nur um Praktikanten und Azubis handelt.
10. Auch wenn der Event zum ersten Mal veranstaltet wird ist das kein Hindernis ihn als größten Top-Branchenevent aller Zeiten zu bewerben.

11. Spezialisierung ist Diskriminierung, deshalb möglichst viele Gruppen gleichzeitig ansprechen und die Verantung für alle „Onliner“ deklarieren.
12. Viele detaillierte und wertvolle Informationen über die Teilnehmer und ihre Unternehmen kann man elegant über ein ausführliches Online Anmeldeformular abfragen.
13. Affiliates geben immer sehr gerne intime Details wie ihre Netzwerke, Partner-IDs und auch Domains an.
14. Namensschilder in Kuhglockengröße sind schick und bieten außerdem weitere zu verkaufende Werbeplätze.
15. Striktes Abschirmen des VIP Bereichs ist unerlässlich damit das Fußvolk den geregelten Ablauf nicht stört.
16. Striktes Abschirmen der VIPs ist ebenfalls unerlässlich und macht einen wichtigen Eindruck, auch wenn die VIPs nur Praktikanten und Azubis sind.
17. Eventfotographen dazu anweisen vornehmlich echte VIPs – falls vorhanden – zu fotographieren.
18. Exotische Speisen mit unaussprechlichem Namen auf dem Buffet – falls vorhanden – wirken up2date.
19. Genießbare Speisen sollten gerade ausreichend für Fotos und VIPs aufgedeckt werden.
20. Dem Fußvolk am Ende der Warteschlange / außerhalb des VIP Bereichs genügt eine bodenständige Brotzeit.

affiliate-buffet

21. Lange Warteschlangen an der einzigen Getränkeausgabe vermeiden Langeweile.
22. Eventfotographen anweisen nur Fotos der gedeckten Platten mit Leckereien vor deren Verzehr zu machen.
23. Ständig laut dröhnende Musik vertuscht auftretende Langeweile und simuliert fröhliche Partystimmung.
24. Ein sinnloses aber kurzweiliges Rahmenprogramm auf der Bühne beugt Langeweile vor.
25. Am spannendsten finden Affiliates immer Vorstellungen der ehrenwerten Sponsoren und deren Partnerprogramme bzw Tools.
26. Networking ist schlecht für den geregelten Ablauf, deshalb möglichst wenig Zeit und Platz für freie Versammlungen einplanen.
27. Sportveranstaltungen auf der Leinwand lenken vom Networking und natürlich auch von Langeweile ab.
28. Raucherbereiche sind nicht allzu angenehm zu gestalten um eine Verlagerung der Party zu unterbinden.
29. Eventfotographen anweisen nur Fotos vom fröhlichen Teil der Party zu machen.
30. Nichts ist dekorativer als Sponsorenwerbung, vorhandene Werbeplätze sind deshalb ausgiebig zu nutzen denn freie Flächen verderben den Gesamteindruck.

31. Strikte Auflagen und Begrenzung der Möglichkeiten zwingen Sponsoren elegant zum Upgrade auf das Silber, Gold oder Platin Werbepaket.
32. Gewinnspiele und Tombolas sind ein bewährter Zeitvertreib und liefern weitere Einkommensmöglichkeiten in Form von Daten.
33. Teilnahme an Gewinnspielen deshalb auch unbedingt von möglichst vielen Realdaten – z. B. Visitenkarte – abhängig machen.
34. Preise des Gewinnspiels genauso wie die Anforderungen einfach halten, Plastikrammsch aus Fernost kostet nicht viel, sieht aber gut aus.
35. Wohltätigkeit lässt sich hervorragend und kostenarm mit diversen Spendensammlungen und „Guter-Zweck-Aktionen“ simulieren.
36. Eventfotographen anweisen auf keinen Fall Scheckübergaben oder Preisverleihungen zu verpassen.
37. Um eine gewisse Qualität zu gewährleisten sollte nur Top-Sponsoren gestattet werden Vorträge zu halten.
38. Expertenvorträge ohne Bezug zum Veranstalter sind schlecht fürs eigene Geschäft.
39. Billige Werbevorträge kann man oft ganz leicht als Expertenvortrag mit Mehrwert maskieren.
40. Vorgestellte Tricks und Methoden dürfen nur mit Tools der Sponsoren anwendbar sein.

41. Beamer Präsentationen wirken professionell und werten jeden wertlosen Vortrag enorm auf, auch wenn darin nur Zitate und Stock-Photos zu finden sind.
42. Präsentationen und Vorträge sollten auf keinen Fall später im Netz öffentlich und kostenfrei zugänglich gemacht werden.
43. Heizkosten niedrig zu halten erhöht die Anzahl der Jackenträger und verhindert somit die sichtbarkeit zu vieler Nicht-Sponsoren-Shirts.
44. Heizkosten niedrig zu halten vermindert auch den Konsum von zu vielen Free Drinks.
45. Wenige Parkgelegenheiten direkt am Veranstaltungsort hemmen die vorzeitige Abreise.
46. Ein spätes Veranstaltungsende zwingt weit angereiste Besucher zur Buchung eines promoteten „Veranstaltungshotels“ mit Spezialpreisen für Teilnehmer.
47. Branchenblogger mit großer Reichweite sind als VIPs zu behandeln um eine gute Nachberichtserstattung zu gewährleisten.
48. Geladene Presse und Medienpartner – siehe Branchenblogger.
49. Nur sorgfältig ausgewählte Fotos sind für die Nachpromotion des Events in Sozialen Netzwerken geeignet.
50. Bei trotz aller Vorkehrungen negativer Nachberichterstattung einfach Name, Ort und Termin wechseln und im nächsten Jahr von neuem Beginnen.

Bildquelle: Huber  / pixelio.de

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